Interview mit dem Bioladen Wedde 

 


Das Hof-Interview

Seit über 25 Jahren bewirtschaftet Martin Nolte nun schon seinen Bioland-Hof im Altenautal südlich von Paderborn. Den über 700 Jahre alten Meierhof hat er von seiner Tante geerbt und sofort auf Bio umgestellt.

Warum hast Du Dich für biologische Landwirtschaft entschieden?

Für mich gab es eigentlich gar keine andere Wahl, denn ich bin über die Ökobewegung zur Landwirtschaft gekommen. Meine landwirtschaftliche Ausbildung habe ich im zweiten Lehrjahr auch auf einem Biobetrieb gemacht.

War der Meierhof schon ein Hühnerhof bevor Du ihn übernommen hast?

Nein. es war ein typischer Bauernhof mit mehreren Tierarten, mit Kühen, Schweinen und auch Hühnern. Die gab es schon immer hier. Damals wurden sie noch auf den Dachböden gehalten, da war die Eiersuche mühselig.

Wie viele Hühner hältst Du heute auf dem Hof?

Gut 10.000 in vier Ställen.

Gibt es auch Hähne?

Ja, Hähne gibt es auch. Allerdings nicht zum Befruchten der Eier, weil ich keine Küken ausbrüten will. Aber ich brauche die Hähne für die Führung der Hühner. Außerdem schlagen sie Alarm, wenn der Greifvogel kommt und sagen so den Hühnern, dass sie wieder in den Stall gehen oder unter den Bäumen Deckung suchen sollen.

Schaffen die Hühner das nicht alleine?

Doch, aber die Hähne reagieren viel schneller, die Hühner sind da immer etwas träge. Mir gefällt es mit Hähnen besser.

Die Hühner kennen Martin Nolte ganz genau und haben keine Angst vor ihm

Vertragen sich die Hähne denn untereinander?

Ja, das geht gut. Hähne gehen nur aufeinander los, wenn sie unter sich sind, also nur unter Jungs. Aber bei mir haben die Hähne mit ihren Hennen ordentlich was zu tun, da passiert nichts.

Woher bekommst Du Deine Hühner?

Die bekomme ich schon als Küken von einem Biobetrieb aus Bayern. Die Küken sind einen Tag alt, wenn sie zu mir kommen.

Ziehen alle Bio-Betriebe die Küken selber groß?

Nein. Eigentlich gibt es extra Aufzuchtbetriebe. Ich bin einer der wenigen Biolegehennenbetriebe, der die Küken selber aufzieht. So kann ich schon in der Aufzucht auf Qualität achten. Bei mir ist alles aus einer Hand, das ist schon was Besonderes.

Wie lange bleiben die Hühner bei Dir auf dem Hof?

Ab Legebeginn noch ein bis eineinhalb Jahre. Dann werden die Eier zu groß, denn je älter ein Huhn wird, desto größere Eier legt es. Außerdem werden die Schalen dann auch sehr dünn und brechen leicht. Das will der Verbraucher nicht und dadurch werden die Eier unverkäuflich.

Und dann?

Dann werden die Hühner geschlachtet und kommen in die Gläschen für Baby- und Kleinkindnahrung.

Wie gelingt Dir eine gesunde Hühnerhaltung ohne Antibiotika?

Ich achte sehr auf Hygiene und miste meine Ställe regelmäßig aus. Außerdem dürfen die Ställe nicht zu voll sein, die Hühner brauchen genügend Platz. Gesundes Futter, frische Luft und Bewegung sind noch wichtig, dann werden die Hühner auch nicht krank.

Hast Du trotzdem auch mal mit Krankheiten zu kämpfen?

Manchmal bekommt ein Huhn Schnupfen, aber damit muss es selber fertig werden. Größere Krankheiten habe ich noch nicht gehabt. Wenn die Hühner klein sind, werden sie gegen Geflügelpest, Salmonellen und Bronchitis geimpft. Das ist so vorgeschrieben.

Was braucht ein Huhn um gesund und glücklich zu sein?

Viel Platz und Beschäftigung. Hühner sind neugierig und vertragen keine Langeweile. Sie wollen ihre Umgebung erforschen und immer was zu picken und scharren haben. Außerdem brauchen Hühner ein kuscheliges Nest zum Eierlegen und acht Stunden Schlaf. Hühner sind Frühaufsteher, aber sie wollen auch früh ins Bett.

Was magst du an Hühnern am meisten?

Ihre Neugierde.

Gibt es auch etwas, das Dir Sorgen bereitet?

Eigentlich nicht. Höchstens vielleicht der Fuchs.

Hast Du ein Fuchsabwehrsystem?

Gute Zäune und natürlich muss ich abends, wenn es dunkel wird, den Stall zumachen und zusehen, dass der Fuchs kein Schlupfloch findet.

Das Interview führte Bernadett Walker

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